Zum Nachlesen

 

Das Licht

Die Einladung

Gedanken

Herzschlag der Erde

Ich bin bereit

Ich lobe den Tanz

Vertrauen und Mut

Von Gottes Schöpfung lernen

Weisheit

Wie jede Blüte

 

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Das Licht

Wenn Du Dich dem Augenblick ganz und gar hingibst,
wenn Du mit Leib und Seele in der Gegenwart aufgehst,
dann verblassen alle Ängste, alle Bedenken und Gewohnheiten
im Licht des ganz erlebten, ganz geliebten Augenblicks.

Dieses Licht ist Deine wahre Heimat, dein eigentliches Leben.

Es führt Dich sicher aus der Illusion in die Wahrheit.

H. Kruppa

 

 

Die Einladung

 Es interessiert mich nicht, womit du deinen Lebensunterhalt verdienst.
Ich will wissen, wonach du dich sehnst und ob du es wagst, davon zu träumen, das Sehnen deines Herzens zu erfüllen. 

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.
 Ich will wissen, ob du es riskieren willst, wie ein Verrückter nach Liebe zu suchen, nach deinen Träumen,
nach dem Abenteuer, lebendig zu sein.  

 Es interessiert mich nicht, welche Sterne deinen Mond kreuzen.
Ich will wissen, ob du das Zentrum deines eigenen Kummers berührt hast, ob du geöffnet wurdest durch die Treuebrüche
oder verwelkt und verschlossen aus Angst vor weiterem Schmerz. 

 Ich will wissen, ob du in Schmerz sitzen kannst, deinem oder meinem, ohne dich zu bewegen, um ihn zu verbergen,
zu schmälern oder zu fixieren. 

 Ich will wissen, ob du in Freude sein kannst, deiner oder meiner; ob du ausgelassen tanzen und die Ekstase dich füllen lassen kannst
bis zu deinen Finger- und Zehenspitzen, ohne dich in Vorsicht zurückzunehmen, realistisch zu sein oder die Schranken des
Menschseins zu erinnern. 

 Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die du erzählst, wahr ist.
 Ich will wissen, ob du einen anderen enttäuschen kannst, um dir selber treu zu bleiben, ob du die Anklage eines
Treuebruches aushalten kannst, ohne deine eigene Seele zu betrügen. 

 Ich will wissen, ob du vertrauen und deshalb auch vertrauenswürdig sein kannst. 

 Ich will wissen, ob du Schönheit sehen kannst, selbst wenn es nicht jeden Tag schön ist, und ob du die Quelle deines Lebens
in Gottes Gegenwart finden kannst. 

 Ich will wissen, ob du mit Versagen leben kannst, deinem oder meinem und immer noch am Ufer des Sees stehen
und dem silbernen Vollmond zurufen kannst: „Ja!“ 

 Es interessiert mich nicht zu wissen, wo du lebst oder wie viel Geld du hast.
 Ich will wissen, ob du, matt und zerschlagen nach einer Nacht in Kummer und Verzweiflung, aufstehen kannst und tun,
was für die Kinder nötig ist. 

 Es interessiert mich nicht, wer du bist, wie du herkamst.
 Ich will wissen, ob du mit mir im Zentrum des Feuers stehen kannst ohne zurückzuschrecken. 

 Es interessiert mich nicht, wo und was und mit wem du studiert hast.
 Ich will wissen, was dich von innen stützt, wenn alles andere wegfällt. 

 Ich will wissen, ob du mit dir selber allein sein kannst und ob du wahrhaftig die Gesellschaft deiner leeren Augenblicke liebst. 

Oriah Mountain Dreamer Indian Elder

 

 

Gedanken

Es gibt keinen Ort der eng genug ist um keine Gedanken an den Himmel senden zu können.

Seneca

 

 

Herzschlag der Erde

 Hör den Herzschlag unserer Erde, in den Wirren dieser Zeit.
Und im Klagen aller Welten, rufen Engel, seid bereit!

Denn der Herzschlag dieser Erde, kennt die Trauer und die Wut.
Und er sehnt sich nach der Liebe, weil die Liebe Wunder tut.

 Hör den Herzschlag aller Menschen, ihre Seelen brauchen Zeit.
Denn im Klange jeder Sehnsucht, fühlt der Mensch sich erst bereit.
Wird der Herzschlag dieser Erde einst im Menschenherz geeint,
wird das Geben und das Nehmen aller Wesen Wirklichkeit.

 Hör den Herzschlag aller Kinder, sie sind unsrer Erde nah.
Um die Liebe zu vermitteln, ist ihr Rufen nämlich da!
Hör den Herzschlag aller Wesen, hör den Klang, die Resonanz.
Durch das Licht und durch die Liebe drängen sie zum Friedenstanz!

 Lisbeth Arnold

 

 

Ich bin bereit

Ich bin bereit für einen großen Erfolg
für die reiche Ernte all meiner Mühen.

Ich tue genau das, was mir Freude macht
und mich aus tiefster Seele erfüllt.

Gott ist immer erfolgreich.

Ich danke für den wundervollen Plan für mein Leben

Amen

 Gabi Keriman

 

 

Ich lobe den Tanz

Ich lobe den Tanz,
denn er befreit den Menschen von der Schwere der Dinge,
bindet den Vereinzelten zu Gemeinschaft.

 Ich lobe den Tanz,
der alles fordert und fördert:
Gesundheit und klaren Geist und eine beschwingte Seele.

 Tanz ist Verwandlung des Raumes, der Zeit,
des Menschen, der dauernd in Gefahr ist zu zerfallen,
ganz Hirn, Wille oder Gefühl zu werden.

Tanz dagegen fordert den ganzen Menschen,
der in seiner Mitte verankert ist,
der nicht besessen ist von der Begehrlichkeit nach Menschen und Dingen
und von der Dämonie der Verlassenheit im eigenen Ich.

Der Tanz fordert den befreiten, den schwingenden Menschen im Gleichgewicht aller Kräfte.

 Ich lobe den Tanz.

 O Mensch, lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen.

 Hl. Augustinus

 

 

Vertrauen und Mut statt Feigheit und Angst

 Jeder Mensch ist dazu bestimmt, zu leuchten!
„Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend und den Anforderungen nicht gewachsen sind.
Unsere tiefgreifendste Angst ist über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein.
Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit ist es was uns am meisten beängstigt.
Wir fragen uns, wer bin ich, wie kann ich es wagenbrillant, großartig, talentiert, phantastisch, wunderbar zu sein?
Doch in der Tat, wie kannst du es wagen, es nicht zu sein?
Du bist ein Kind Gottes!
Wenn du dich klein machst, erweist du der Welt damit keinen Dienst.
Es ist nichts Erleuchtetes daran, kein Zeichen aufgeklärten Denkens, dich klein zu machen,
damit sich andere Leute in deiner Gegenwart nicht unsicher fühlen.

Wir sind geboren, um die Herrlichkeit Gottes, die in uns ist, zu offenbaren.
Den Glanz Gottes, der in uns ist, zu manifestieren.
Zu leuchten, wie die Kinder es tun.
Er ist nicht nur in einigen von uns, er ist in jedem Einzelnen.
Und während wir unser eigenes Licht scheinen lassen,
geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.


Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere.“

Nelson Mandela
Ehem. Staatspräsident Südafrika, Antrittsrede 1994

 

 

Von Gottes Schöpfung lernen 

Von der Sonne lernen zu wärmen,
von den Wolken lernen, leicht zu schweben,
vom Wind lernen, Anstöße zu geben,
von den Vögeln lernen, Höhe zu gewinnen,
von den Bäumen lernen, standhaft zu sein,
von den Blumen das Leuchten lernen,
von den Steinen das Bleiben lernen,
von den Büschen im Frühling Erneuerung lernen,
von den Blättern im Herbst das Fallenlassen lernen,
vom Regen lernen, sich zu verströmen,
von der Erde lernen, mütterlich zu sein,
vom Mond lernen, sich zu verändern,
von den Sternen lernen, einer von vielen zu sein,
von den Jahreszeiten lernen,
dass das Leben immer von Neuem beginnt. 

Ute Lütendorf

 

 

Über die Weisheit

Weisheit allein erfasst das Unbegrenzte im Verzicht auf Erklärung und in Anerkennung des Mysteriums,
das nur erahnt, erlebt und im Letzten verwirklicht – nie aber definiert werden kann. Weisheit wurzelt im Erleben,
in tief innerer Erfahrung. Vernunft ist im Denken begründet und daher nur im Begrenzten wirksam. Dennoch wird Weisheit
weder Denken noch Vernunft verachten, sondern sich ihrer bedienen, wo sie am Platze sind, nämlich im Bereich zweckmäßigen
Handelns zur Ordnung der verschiedenartigen Erfahrungsinhalte zu einem sinnvollen Ganzen.

Hier kommt die schöpferische Seite des Denkens zur Wirkung, die aus dem Rohmaterial der Erfahrung eine verständliche
Welt gestaltet. Wie groß oder wie klein diese Welt ist, hängt von der Kreativität des individuellen Geistes ab. Der kleine Geist
wird in der engen Welt seiner Wünsche und Bedürfnisse leben, der große Geist in einem unendlichen Universum und im
dauernden Bewusstsein des unergründlichen Mysteriums, das seinem Leben Tiefe und Weite gibt und ihn daran hindert,
seine Sinnenwelt für die letzte und höchste Wirklichkeit zu halten. Derjenige aber, der bis zu den Grenzen des Denkens
vorgedrungen ist, wagt den Sprung in die große Leere, in den unermesslichen Urgrund des eigenen Seins.

 Aus dem Buch Buddhistische Wege in die Stille
Lama Anagarika Govinda

 

 

Wie jede Blüte

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andere neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegensenden,
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...

Wohlan denn, Herz nimm Abschied und gesunde!

 Hermann Hesse